2019

2019 war für meine kleine Hobbyimkerei ein dunkles Jahr, daher gab es auch bisher keinen einzigen Beitrag seit 2018.

Zunächst sind im Winter schon einige Völker eingegangen, so dass ich mit nur drei Völkern bzw. zwei Völkchen und einem Volk in das Jahr gestartet bin. Ein Volk habe ich dann im Frühling von einem anderen Imker übernommen, damit hatte ich zumindest wieder vier Völker. Im April habe ich dann bereits angefangen, Ableger zu machen. Zwei Völker und einen Ableger konnte ich dann bei einem Bauern hier in Bornheim an einem Rapsfeld aufstellen.

Meine ersten Bienen in Bornheim „Am Römerhof“- leider mittlerweile geklaut…

Am ersten Mai war der Raps schon fast verblüht und ich habe die Völker nochmal besucht, da habe ich schon überlegt, wo ich die Bienen danach hinstellen kann. Diese „Sorge“ wurde mir dann zwei Tage später genommen. Freitag Abend klingelte das Telefon und der Bauer fragte, ob ich meine Bienen schon weggeholt hätte. Hatte ich nicht, aber jemand anders… Die beiden Wirtschaftsvölker und der Ableger waren weg, mit Honig und Blechdeckeln und allem, nur die Palette und die Steine, mit denen ich die Deckel beschwert habe, waren noch da. Einzige Genugtuung dabei: Zumindest ein Volk und der Ableger hatten zumindest teilweise noch meine Hoffmann-Klein-Rähmchen, die passen nirgendwo anders!

Der Rest des Jahres lief dann halbwegs gut, aus meinen zwei verbleibenden Völkern habe ich insgesamt 6 Ableger erstellt. Zwei davon sind schon letztes Jahr in Bornheim gewesen, die anderen standen über den Winrter noch bei meinen Eltern auf dem Bauernhof. Eingewintert habe ich also letztes Jahr 8 Völker, die auch alle über den Winter gekommen sind.

Zusätzlich habe ich meine erste Bienenbox für meinen Stadtbienen-Kurs bekommen, die habe ich in Köln abgeholt. Die Bienenbox war die erste Beute an meinem neuen Bonheimer Standort, einem eingezäunten Grundstück der Stadt, dass ich nutzen darf. Im Dezember hatte ich dann meinen ersten Kurstermin.

Varroabehandlung 2018

Die meisten meiner Wirtschaftsvölker habe ich dieses Jahr wieder wie vor zwei Jahren brutfrei per Teilen und Behandeln versorgt. Für die restlichen – ein Stecher-Volk, bei dem ich bereits Anfang Juni die Königin durch einen Ableger getauscht habe und ein Volk bei dem ich Ende August keine vollständige Brutentnahme mehr machen wollte sowie ein paar Ableger, die frühzeitig mit legenden Königinnen beweiselt wurde und deshalb keine Brutpause hatten – habe ich die ganze Zeit auf passendes Wetter gewartet. Am 2.9. hab ich dann entschieden, dass das Wetter jetzt passt 🙂 Varroawetter.de zeigt zwar in den kommenden Tagen ein paar Werte unter dem soll an, ich hoffe aber einfach, dass dennoch eine ausreichende Säurekonzentration erreicht wird. Es ist jedenfalls zu befürchten, dass es nicht mehr besser wird und ausserdem sollen ja noch ein paar frische Winterbienen schlüpfen können.

Für die Behandlung verwende ich den Nassenheider-Professional-Verdunster, nachdem ich mit dem Liebig-Dispenser im zweiten Jahr Probleme mit der Verdunstungsmenge hatte und dann nochmal nachbehandeln musste mit verlängerten Dochten. Bei dem Liebig-Dispenser gefällt mir ausserdem nicht, dass die Behandlungsempfehlung auf 85%iger Ameisensäure basiert, die ja nur bei „Behandungsnotstand“ eingesetzt werden darf. Auch als kleiner Hobbyimker ist mir aber wichtig, nur zugelassene Mittel zu verwenden, da ich meinen Honig mit gutem Gewissen unters Volk und auf mein Brötchen bringen will.

Nochmal mein gesamtes „Behandlungskonzept“

  • Drohnenbrutschneiden sobald möglich
  • Sommerbehandlung am liebsten mit 15%iger Milchsäure und „Teilen und Behandeln“-Methode
  • Falls keine brutfreie Zeit bei einem Volk bestand oder verpasst wurde Sommerbehandlung mit 60%iger Ameisensäure
  • Im Winter um Weihnachten Restentmilbung mit Oxalsäure-Träufelbehandlung (auch die bei warmem Wetter schonmal mit Milchsäure im Sprühverfahren)

Königinnenvermehrung für 2018 beendet

Die Belegstellenköniginnen habe ich mittlerweile alle eingeweiselt. Eine der sieben wurde dabei abgestochen, eine war verloren geglaubt, ist aber wieder aufgetaucht.

Vier habe ich in offene Kunstschwärme eingeweiselt („Teilen und Behandeln“). Das ist zum einen die ganz sichere Nummer, zum anderen konnte ich so trortz der Hitze gegen die Varroamilbe behandeln mit Milchsäure. Eine der vier habe ich hierzu einfach mit Begattungskästchen in einer Zarge aufgesetzt. Die anderen im Käfig zwischen die Waben gehangen (sofort zum Ausfressen mit Zuckerteig, um nicht so oft hin zu müssen). Zwei weitere Königinnen habe ich versucht, in entweiselte Ableger einzuweiseln, ohne 9 Tage zu warten, hiervon wurde leider die eine abgestochen. Die letzte habe ich dann Ende August in mein letztes Wirtschaftsvolk  eingeweiselt, dies dann wieder durch Aufsetzen des Begattungskästchens ein Stündchen nach dem entweiseln – Ende August hat auch das super geklappt.

Einzig die erste Königin, die ich durch aufsetzen des Kästchens eingeweiselt hatte schien verschwunden zu sein. Als ich das Begattungskästchen aus der Beute geholt hatte und schon die Bienen zum Volk gefegt hatte, viel mir auf, dass viele Zellen mehrfach bestiftet waren und teilweise auch am Rand der Zelle klebten. Der Klassiker: Drohnenbrütig! Auch bei einer Durchsicht des gesamten Volkes war keine Königin zu finden. Also: retten was noch zu retten ist… Ich habe schnell einen der Ableger mit neuer Königin auf den Platz des vermeintlich drohnenbrütigen Wirtschaftsvolks gestellt und in einiger Entfernung angefangen, die Waben abzukehren. Eigentlich habe ich nicht nochmal besonders nach der Königin gesucht. Bei der vorletzten Wabe der oberen Zarge hatte ich dann aber eine Eingebung und nochmal einen Blick auf die Bienen geworfen und auf der Rückseite dann die putzmuntere Königin gefunden. In der unteren Zarge habe ich dann die Wabe mit Königin an einer schnell freigeräumten Stelle platziert und diese auf den alten Ablegerplatz gestellt. Ich hoffe dieser Tausch hat die Bienen nicht zu sehr verwirrt, jedenfalls habe ich beide mit stark eingeengtem Flugloch stehenlassen, um eine gegenseitige Räuberei zu vermeiden.

 

Zurück zum Umweiseln per Teilen und Behandeln: Da mir das Material ausgegangen ist, habe ich nur einige Bienenbesetzte Waben eines Bienenvolks in einen Brutteil gegeben und diesen mit allen Brutwaben aus den anderen Völkern ergänzt, jedoch ohne weitere Bienen.

Für die entweiselten Begattungsvölkchen hatte ich ja Anfang Juli eine kleine Zuchserie von fünf Zellen von meinen gekauften Königinnen gestartet. Diese waren am Umweiselungstag schlupfreif (Der Kalender ist mein bester Freund geworden 😉 ). Das Zusetzen der schlupfreifen Zellen hat problemlos geklappt, nach einigen Tagen habe ich nachgeschaut und alle waren geschlüpft. Der Begattungserfolg war aber etwas dürftig, lediglich drei sind zurück. Ich vermute, dass die Königinnen sich bei meiner 4er-EWK-Box verflogen haben (Hier gabs die Verluste und die Fluglöcher sind paarig recht nah beieinander). Die Box ist wohl eher zum Parken von EWKs bis zur Nutzung der Königinnen geeignet als zur Aufstellung zur Begattung… Eine habe ich sofort verwertet, die anderen beiden kommen nach der Varroabehandlung mit Ameisensäure in Ableger mit nachgeschaffener Königin.

Neue Königinnen in 2018

Nachdem ich letztes Jahr fast gar nichts in Richtung Königinnenvermehrung gemacht habe (ausser ein paar Ablegern), habe ich dieses Jahr wieder mehr unternommen und auch neue Dinge ausprobiert.

Die zwei „spannendsten“ Experimente waren wohl die Verwendung von bestellten Königinnen und die ersten eigenen Königinen auf die Belegstelle zu schicken. Ansonsten hatte ich meine Ableger dieses Jahr mit unbegatteten Königinnen erstellt, die ich von unserem Reinzüchter im Verein bekommen habe.

Zunächst zu den bestellten Königinnen: Ich hatte mir sicherheitshalber zwei bestellt, falls eine nicht angenommen wird. Die eine habe ich in einen Kunstschwarm eingeweiselt, was in der Regel ja problemlos möglich ist. Leider hatte ich keine Zargen mehr übrig, so dass sie zunächst in einem Kieler Kästchen unterkommen musste. Die zweite habe ich in einen Ableger eingeweiselt, der 9 Tage vorher entweiselt wurde, so dass keine offene Brut mehr vorhanden war. Beide haben überlebt und ich konnte die eine schon für eine Zuchserie nutzen.

Die Königennen von der Belegstelle sind dann letzten Montag zurück gekommen. Von 8 Königinnen, die ich hingebracht habe sind 7 begattet zurück. Diese werde ich in den nächsten Tagen in meine Altvölker per „Teilen und Behandeln“ einweiseln – also im Prinzip in offene Kunstschwärme. Gestern habe ich bereits die erste so in ihr neues Volk gesetzt. Dabei haben sich einige in den verbauten Futterkammern versteckt, so dass ich einige Zeit suchen musste, bis ich eine erwischt habe.

Um meine vier Einwabenkästchen geschützt aufstellen zu können habe ich mir noch auf die schnelle ein Schutzhäuschen gebaut. Die Kieler habe ich in Zweiertürmchen aufgestellt.

Wenn ich die Königinnen alle versorgt – d.h. in die Wirtschaftsvölker eingeweiselt – habe, werden die Kästchen mit schlupfreifen Zellen neu beweiselt. Das wird dann mein letzter Streich für dieses Jahr. Die Königinnen, die daraus noch begattet werden sind dann als Reserve für diejenigen gedacht, die die Varroabehandlung nicht überleben oder aus anderen Gründen noch abhanden kommen.

Erster Ableger 2018

Am Freitag den 13.4. habe ich entschieden, dass es Zeit ist eines meiner Völker in den Segeberger Beuten um einen Ableger zu schröpfen. In der Kiste war schon sehr viel los, so dass mir das nötig erschiebm um den Schwarmtrieb herauszuzögern. Der Tag war allerdings schlecht gewählt, wie ich leider erst eine Woche später fest. Als ich nachschaute, ob noch genug Bienen im Ableger sindm stellte ich fest, dass es um den Ableger besser bestellt war als geplant: Er hat bereits nach einer Woche eine begattete Königin. Die Durchsicht des „Spendervolks“ brachte dann Gewissheit: der Ableger war ausversehen ein Königinnenableger geworden; hier war einiges an Nachschaffungszellen zu finden. Ärgerlich, aber der Schwarm ist wohl erstmal verhindert…

Wieder was gelernt: Freitag der 13. ist kein guter Tag für Ableger.