Met-Experiment

Letzte Woche habe ich einen Versuch gestartet, Met selber zu brauen. Für mein Experiment habe ich den Honig, den ich aus meinem diesjährigen Entdeckelungswachs ausgeschmolzen habe verwendet. Um mir das ganze möglichst einfach zu machen, habe ich mir ein Wein-Brau-Starterset im Internet bestellt, wo schon das wichtigste alles dabei war, auch eine kleine Anleitung (zwar nicht für Met, ist aber ja nicht viel unterschied).

Die mitgelieferte Trockenhefe sollte man zunächst wieder aktivieren in einer kleinen Menge Flüssigkeit. Hierzu habe ich am 27.10.2016 einen Hefe-Ansatz aus 4 Teelöffeln Honig, ca. 300-400ml Wasser, einer Prise Hefenährsalz und der Trockenhefe in einer 500ml-Flasche angesetzt. Weil ich den Gährspund noch nicht brauchte, habe ich diesen zum verschließen der Flasche verwendet.

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Nach zwei Tagen, am 29.10.2016 war die Hefe bereits ordentlich bei der Arbeit. Da wurde dann den Met-Ansatz vorbereitet:

  • Gährballon mit kochendem Wasser ausgespült zum Sterilisieren
  • Insgesamt 6,5 Liter Wasser gekocht.
  • 1,5 Liter kochendes Wasser im Ballon vorgelegt
  • In den anderen 5 Litern 2,4kg Honig gelöst und aufgekocht, dann ebenfalls in den Ballon gegeben.
  • Ballon verschlossen und abkühlen lassen auf < 30°C,

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  • dann Hefe-Ansatz und etwas Hefe-Nährsalz hinzugefügt.

Jetzt ist erstmal abwarten und keinen Met trinken angesagt. Die Hauptgährung sollte dann nach 4 Wochen abgeschlossen sein, also am 24.11.. Dann werde ich den Trank abziehen in einen sauberen Behälter und auch mal kosten…

 

Buch: Einfach imkern, Liebig

Am liebsten würde ich ein Buch empfehlen, das ich für das perfekte Einsteigerwerk halte. Dieses Werk habe ich definitiv noch nicht gefunden. Was ich wichtig finde für den Anfang, ist eine Anleitung zu haben, mit der man – sofern man sich dran hält – nicht viel falsch machen kann. Dem kann das Buch von Herrn Liebig durchaus gerecht werden.

Insbesondere für das Thema Varroabehandlung bietet sein Buch alle aktuellen, konventionellen Methoden an. Für den Anfänger in den ersten Jahren frage ich mich zwar, ob es angebracht ist, ihn mit der Wahl zwischen mehreren Verfahren zu konfrontieren. Aber da man im vorgeschlagenen „TuB-Konzept“ mit weniger Chemie auskommt, bietet es vielleicht einen Ausblick, was man sich für die Zukunft einplanen kann. Um das klarzustellen: ich empfehle für den Anfang Ameisensäure im Sommer mit Applikator (lieber Nassenheider prof., weil er etwas wetterunabhängiger scheint, Liebig geht aber auch). In Sachen Varroabehandlung empfehle ich also, sich zunächst an sein „A+plus Konzept“ zu halten, um die Sache einfach zu halten (TuB wird schnell zur Materialschlacht).

Auch ansonsten kann man sich an seine Vorschläge halten und alles wird halbwegs funktionieren. Bei der Startausstattung würde ich mich auch an ihn halten. Den ganzen Schnickschnack aus dem Imkerhandel braucht man am Ende eh nicht.

Teilweise werden Alternativen angeboten, die den blutigen Anfänger überfordern. Die „Völkervermehrung in 4 Schritten“  würde ich im ersten Jahr vielleicht noch nicht einplanen, sondern auf die „Bildung eines Brutablegers“ zurückgreifen – und zwar des einfachen Brutablegers.

Ein paar Kritikpunkte habe ich allerdings auch noch – wie man sich bei meinen einleitenden Worten schon denken kann:

  • Herr Liebig schwört auf seine Zanderbeuten mit geteiltem Brutraum. Das sehe ich deutlich weniger kritisch – ich hab ja auch keine Zanderbeuten, allerdings schon den geteilten Brutraum. Ich schlage hier vor, sich – wie alle immer sagen – an den Nachbarn zu orientieren, von denen man auch mal Völker nachkaufen kann, wenn doch mal was schief geht. Geteilter Brutraum ist mir dabei überhaupt nicht wichtig. Was ich allerdings praktisch finde ist das einheitliche Rähmchenmaß. Wer aber mit Dadant oder 1,5 Deutsch Normal in einem Brutraum imkern möchte, soll das tun.
  • Kippkontrolle: Ich hab mich dabei am Anfang überhaupt nicht sicher gefühlt. Hier empfehle ich zur Schwarmkontrolle ruhig mal ein paar Waben zu ziehen; natürlich mit der entsprechenden Vorsicht, um keine Bienen zu zerquetschen.
  • Schutzlos imkern: Zieht Euch was an. Ich hab mich so sicherer gefühlt und war viel ruhiger. Und bei den ersten Kontrollen alleine sofort etliche Stiche kassieren motiviert nicht gerade…
  • Insgesamt scheint es nach seinen Schilderungen keine Alternativen zu geben. Das ist vielleicht für den Anfang gar nicht schlecht, stimmt aber nicht in allen Fällen. Das Buch hat jedenfalls für meinen Geschmack zu viele Ausrufezeichen! 🙂

Zusammenfassend halte ich das Buch für einen guten Leitfaden mit großer Aussicht auf Erfolg, wenn man sich prizipiell an seine Anweisungen hält. Man kann jedoch auch erfolgreich sein, wenn man gewisse Abweichungen eingeht.