Bienen kommen in Fahrt

Gestern habe ich endlich mal wieder meine Völker durchgeschaut. Trotz Kälteeinbruch geht es allmählich los. Die meisten Kisten sind voll mit Bienen und ich habe sogar schon die ersten bestifteten Weiselzellen gefunden. Daher habe ich mit der Ablegerbildung angefangen. Einen „normalen“ Ableger und einen Sammelbrutableger habe ich erstellt. Der Sammelbrutableger kommt dieses Jahr zum ersten Mal zum Einsatz bei mir, da ich viele Ableger für meine Imkerkursteilnehmer benötige. Ich hoffe, damit bekomme ich einige Königinnen und dann auch Ableger und Kunstschwärme hin.

Beim ersten Volk wurde es sogar schon Zeit für den 2. Honigraum 🙂

Honigbräu #3

Met ist nicht so ganz meins, daher habe ich überlegt, wie ich dennoch an trinkbaren Alkohol aus Honig komme. Was scheckt am besten? Bier! Da liegt es nahe, ein bierähnliches Getränk herzustellen. Also Hopfen, Wasser, Hefe und Honig statt Malz.

Aller guten Dinge sind 3, oder wie war das? So war es auch bei meinen Honigbräu-Experimenten: die ersten beiden Versuche waren „Fails“, der dritte Versuch dann endlich geschmacklich im trinkbaren Bereich.

Hier also mein Rezept, zunächst die Zutaten für 5 Liter:

  • Honig natürlich (650 gr, damit ein Zuckergehalt von ca. 10 % erreicht wird, um auf ca. 5% Alkoholgehalt zu kommen)
  • Hopfen (8 gr Northern Brew mit 5,8% Alphasäure, obere Grenze für „normale“ Gaumen)
  • 1 gr Hefenährsalz
  • Hefe (Da es kein Starkbier wird geht jede obergärige Bierhefe, ich hatte noch ein Päckchen Ale-Hefe, die auch ein bisschen „mehr“ schaffen würde)
  • Wasser (auf insgesamt 5 l Flüssigkeit auffüllen)
  • Zusätzlich: Aromahopfen (5 gr Citra-Hopfen)

Den Honig gebt Ihr in einen Topf, der am besten eine Markierung für 5 Liter hat, damit ihr ihn mit Wasser auf 5 Liter auffüllen könnt.

Die Honig-Wasser-Mischung muss dann zum Kochen gebracht werden. Sobald die Mischung kocht kann der Hopfen dazu. Vorher macht es Sinn, den Schaum der entsteht etwas abzuschöpfen. Mit dem Hopfen lässt man den Sud dann eine Weile kochen (30-60 min., je nach Geschmack). Durch das Hopfenkochen werden die Bitterstoffe gelöst und der Sud bekommt den gewünschten bierigen Geschmack.

Nach dem Kochen muss der Sud dann abgekühlt werden. Während des Abkühlens kann die Hefe vorbereitet werden, es macht scheinbar Sinn, Trockenhefe zunächst zu rehydrieren in klarem Wasser. Wenn der Sud abgekühlt ist kommt er ins Gährgefäß (bei mir ist das aus Glas, daher muss es erst abkühlen, damit es nicht springt).

Da der Honig zu wenig Nährstoffe für die Hefe enthält, ist es ratsam Nährsalz dazu zu geben. Zusätzlich, weil ichs hopfig mag, gebe ich noch etwas Aromahopfen in den abgekühlten Sud. Zum Schluß kommt die Hefe dazu und der Gährbehälter wird mit einem Gährspund verschlossen. Spätestens am nächsten Tag sollte es dann blubbern.

Nach gut acht oder neun Tagen hat sichs dann ausgeblubbert (bei stärkeren Mischungen kann es länger dauern). Dann kann abgefüllt werden. Ich habe nur Bügel-Flaschen für die Reifung und zuckere den Sud mit einem passenden Messlöffel für die Flaschengröße nach, das ist einfacher als zum passenden Zeitpunkt mit entsprechendem Restzuckergehalt abzufüllen. Zum Sterilisieren der Flaschen nehme ich entweder Braureiniger oder einfach den Backofen. Bei der Backofenmethode müsst Ihr die Bügelverschlüsse besser vorher abnehmen und beispielsweise im Dampfgarer sterilisieren, da diese in der Regel aus Plastik sind. Geht auch in kochendem Wasser. Hinweis: Wenn Ihr zu lange mit dem Abfüllen wartet entsteht keine Kohlensäure mehr, weil die Hefe schon komplett abgesunken ist. Der richtige Zeitpunkt ist also, wenn es aufgehört hat zu blubbern und noch nicht klar wird. Nach einer Woche also täglich kontrollieren.

Danach bekommt das Honigbräu noch 4 Wochen Schönheitsschlaf zur Reifung. Dann ist es fertig.

Erstaunlich finde ich, dass es sich vollständig von alleine klärt. Man hat also hinterher kein naturtrübes sondern ein klares Getränk. Schaum bildet es nicht wie Bier sondern eher wie Sekt, schmecken tuts aber wie Bier mit einer leichten Honignote. Allerdings dürft Ihr kein süßes Getränk erwarten, es ist der Geschmack von trockenem Met mit Hopfen. Ein sehr edles Tröpfchen, Prost! 🙂

Der Frühling kommt bald

So langsam wirds wieder grün im Rheinland. Und die Bienen sind größtenteils gut durch den Winter gekommen. Alle bis auf eine Kiste summen noch, leider hats die Bienenbox erwischt, die von meinen Stadtbienen-Imkerkurs betreut wird. Ich vermute, dass die Milbenbelastung zu hoch war.

Die meisten Vorbereitungen für den anstehenden Start ins neue Bienenjahr habe ich schon abgeschlossen. Material – vor allem Mittelwände und Rähmchen – sind besorgt, einen neuen Beutenbock habe ich in Bornheim aufgebaut. Heute habe ich die ersten Bienen hergeholt. Beim Ausladen wurde ich dank des April-März-Wetters regelrecht geduscht, die Leute beim Bäcker haben mich hinterher sehr bedauernd angeschaut.

Mittelwände eingelötet und Rähmchen gebaut für die Bienenbox habe ich auch. Jetzt kanns wärmer werden. In der Karwoche soll es 20° werden, da kann ich dann vielleicht endlich in die Völker schauen, bei den Magazinen die überschüssigen Futterwaben entnehmen und die Drohnenrahmen geben. Das Volk um die Bienenbox neu zu besiedeln ist auch schon da, so dass beim nächsten Kurstermin die Box hoffentlich wieder besiedelt ist.

Winterbehandlung

Für meinen Imkerkurs habe ich heute die Winterbehandlung mit Oxalsäure an dem Ableger in unserem Garten gemacht. Eigentlich behandelt der Kurs das Imkern in der Bienenbox, allerdings steht die erstens nicht bei mir im Garten und zweitens findet man die Bienen im zweizargigen Magazin leichter. In den Wabengassen der Bienenbox sollten sie noch nicht an den Oberträgern angekommen sein, so dass man am besten eine Taschenlampe mitnimmt, um die Wabengassen zu finden, in denen sich die Bienen verstecken. Altenativ kann man auch von rechts nach links die Waben ein stückchen zur Seite rücken, bis man den Anfang der Wintertraube gefunden hat.

Vorbereitung der Säure und Behandlung

Ganz schick finde ich die kleinen Träufelfläschchen, die ich erst durch den Kurs kennengelernt habe. Insbesondere, weil man sie schon zu Hause vorbereiten kann und dann bei den Bienen nicht mit der Säure hantieren muss.

Bienen in Bornheim – 2. Versuch

Nachdem mir letztes Jahr meine Bienen, die ich nach Bornheim geholt hatte geklaut wurden ist jetzt der nächste Versuch gestartet. Ich habe die Erlaubnis bekommen auf einem eingezäunten Grundstück meine Bienen aufzustellen. Ende des Jahres 2019 habe ich dort ein erstes kleines Völkchen in einer Bienenbox aufgestellt. Anfang März 2020 habe ich dann drei weitere Völker aus Scheiderhöhe hierher umgezogen. Jetzt sind sie da, mal schauen wie das erste richtige Jahr hier in Bornheim läuft.