Meine Betriebsweise

Dieser Artikel soll zunächst mal weniger philosophisch werden, als der Titel klingt. Zum einen will ich Euch meine Beuten vorstellen und zum anderen ein paar Worte zu Arbeitsweisen in der Magazinimkerei allgemein verlieren – natürlich nur meine bescheidene Meinung bzw. Anwendung dazu.

Aber zunächst zu den Beuten: Es handelt sich – wie schon zuvor klar wurde – um Magazine, die ich von einem verstorbenen Imker übernommen habe. Diese sind weder Deutsch-Normal-Maß (DNM) noch Zander oder Dadant, sondern im „kleinen Hoffmann-Maß“. Das ist natürlich nicht gerade ein Allerweltsformat, was für den Anfang natürlich blöd ist, da die Bienen zunächst umgewohnt werden müssen. Glücklicherweise ist wenigstens die Breite dieselbe wie DNM, nur sind die Rähmchen ein paar Zentimeter höher (26 cm Gesamthöhe). Es ist somit problemlos möglich, DNM-Rähmchen in die untere Zarge zu hängen und dann oben mit den Hoffmann-Rähmchen zu erweitern. So hat das Umwohnen auf das neue Maß zumindest nicht mit Mord und Todschlag und auch nicht mit Wabengeschnibbel zu tun, sondern ich konnte sie einfach nur reinhängen und fertig. Mit neun Waben sind die Beuten einiges schmaler, als die üblichen verdächtigen im DNM, allerdings hat jede Wabe ja knapp 20 % mehr Fläche. Die Beuten haben also in etwa genauso viel Wabenfläche, wie eine zehnwabige DNM-Beute.

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Ansonsten verhält es sich fast wie bei aktuellen Magazinen. Mittlerweile habe ich die meisten Böden um ein Bodengitter und eine Schubladenkonstruktion zur Genülldiagnose erweitert. Womit auch so langsam der Bogen zur Bedienung gespannt wird 😉 Vielleicht hierzu ein paar Stichpunktartige Zeilen:

  • Wabenhygine: Will man maximal 2 Jahre alte Waben verwenden, so bietet sich die Methode an, ganze Zargen zu entfernen (à la Liebig). Man sieht also zu, dass in der untersten Zarge die ältesten und im 2. Brutraum die einjährigen Waben sind. Man sollte also auf wildes Wabentauschen verzichten um den Überblick zu behalten. Erweitert wird dann mit Mittelwänden. Auf diese Weise und dank des Absperrgitters hat man dann im Honigraum nur unbebrütete Waben. Im Spätsommer wird dann einfach der untere Brutraum entsorgt und der Honigraum wird zum neuen 2. Brutraum und es sind nie ältere Waben in Umlauf. Auf diese Weise habe ich mich mittlerweile dann auch aller DNM-Waben entledigt.
  • Absperrgitter: Ja, mit Absperrgitter. Für „Neulinge“: das Absperrgitter lässt nur Arbeitsbienen, nicht aber Drohnen oder die Königin durch. Keine Königin im Honigraum heißt keine Brut und damit auch kein Madenkot im Honigraum. Wenn ich das richtig gelernt habe, übrigens auch eine Anforderung an DIB-Honig (also nicht zwingend das Absperrgitter, aber Honig aus unbebrüteten Waben).
  • Varroabehandlung: Ameisensäure im Spätsommer (mit Liebig-Dispenser, dazu schreibe ich wann anders mehr), Oxalsäure im Winter und Milchsäure für brutfreie Ableger und Mini-Kunstschwärme im Begattungskästchen. Zusätzlich schneide ich Drohnenbrut.
  • Schwarmverhinderung: Ja, auch das ganz „konventionell“. Da ich unter der Woche einen Bürojob habe, bei dem ich nicht Schwärmen hinterherjagen kann halte ich das für sinnvoll. D.h. dann Völkerverjüngung (naja, da es dieses Jahr das erste Jahr war eher Vermehrung) durch Brutableger, über die Methode bin ich mir noch nicht ganz schlüssig… mehr dazu auch später…

Dabei will ich es dann auch erstmal zu meiner Betriebsweise allgemein belassen. Auf die einzelnen Themen werde ich dann zu gegebener Zeit noch genauer eingehen. Vielleicht gibt’s auch mal eine Gegenüberstellung zu anderen Betriebsweisen. Von Bienenkiste über Korb, Top Bar Hive, Warré und sogar andere Magazin-Betriebsweisen hinaus gibt’s ja mittlerweile alle möglichen Ideen und Abwandlungen. Für mich erscheint die „normale“ Magazinimkerei für einen Anfänger allerdings am Unkompliziertesten und Lehrreichsten. Vielleicht experimentiere ich aber irgendwann doch mal mit den anderen.