Buch: Bienenkiste, Korb und Einfachbeuten

Zwei Punkte möchte ich einleitend aufführen, um mein Resumée vorweg zu nehmen:

  • Das Buch gibt einen guten Überblick über fünf Betriebsweisen, die nicht zu den Magazin-Betriebsweisen zählen (Korb, Warré, Bienenkiste, Top-Bar-Hive und Golz-Beute). Für den Magazinimker, der sich über solche „alternativen“ Betriebsweisen klare Leseempfehlung.
  • Was komplett fehlt sind Magazin-Betriebsweisen. Dies fehlt um es als alleinige Entscheidungshilfe für Imkerneulinge zu empfehlen. Daher empfehle ich zusätzlich mindestens online über Magazinimkerei zu lesen.

Kurz gesagt: Leseempfehlung für alle, die sich einen Überblick über Alternativen zu „konventionellen“ Magazinbetriebsweisen verschaffen wollen.

Die fünf Betriebsweisen werden jeweils von einem Praktiker, der sie anwendet vorgestellt, was das Buch in meinen Augen lesenswert macht. Die allgemeinen Teile driften leicht in eine ideologische Richtung, die ich als Magzin-Imker nicht unterschreiben würde. Meiner Meinung nach kann man vor allem auch in einer normalen Magazinbeute ohne viele Eingriffe ins Brutnest imkern. Insbesondere auch Herr Liebig arbeitet ja Zargenweise und vermeidet das Ziehen von Rähmchen. Wenn man möchte kann man also auch mit Magazinen „wesensgemäß“ imkern, zumindest wenn das heißt, keine einzelnen Waben zu bewegen oder umzusortieren. Naja, ich drifte ab ins Ideologische… 🙂

Zusammenfassend jedenfalls ein gutes Buch um einen Überblick zu bekommen. Für den blutigen Anfänger oder als alleiniger Leitfaden für eine der aufgeführten Betriebsweisen ist das Buch sicher etwas knapp gehalten. Also: in diesem Buch aussuchen und dann vertiefen in weiterführenden Büchern.

P.S.: Ich finde die insbesondere Top-Bar-Hive interessant. Hier kann man meines Erachtens wirklich ohne viel Aufwand loslegen. Zusätzlich hat man für den Fall der Fälle immer die Möglichkeit, einzelne Waben zu ziehen. Die anderen Varianten kommen für mich nicht in Frage, hier scheint mir der Aufwand zu hoch bzw. die Flexibilität zu niedrig. Anschaffungskosten sind bei allen Varianten wenn man fertige Beuten kauft höher als bei einfachen Magazinbeuten. Insbesondere für mich als Anfänger war es immer sehr beruhigend, eine Brutwabe ziehen zu können und dort frische Stifte oder Larven sehen zu können. Das geht bei Warré oder Bienenkiste nur sehr beschwerlich. Die Golzbeute ist denke ich gut für rückenschonendes Imkern geeignet, solange ich noch ganze Zargen heben kann fehlt der Bedarf. Einen Korb würde ich schon gerne ausprobieren, weil es die Form ist, die man aus Kinderbüchern kennt, das lässt meine Zeit aber derzeit nicht zu.

Buch: Einfach imkern, Liebig

Am liebsten würde ich ein Buch empfehlen, das ich für das perfekte Einsteigerwerk halte. Dieses Werk habe ich definitiv noch nicht gefunden. Was ich wichtig finde für den Anfang, ist eine Anleitung zu haben, mit der man – sofern man sich dran hält – nicht viel falsch machen kann. Dem kann das Buch von Herrn Liebig durchaus gerecht werden.

Insbesondere für das Thema Varroabehandlung bietet sein Buch alle aktuellen, konventionellen Methoden an. Für den Anfänger in den ersten Jahren frage ich mich zwar, ob es angebracht ist, ihn mit der Wahl zwischen mehreren Verfahren zu konfrontieren. Aber da man im vorgeschlagenen „TuB-Konzept“ mit weniger Chemie auskommt, bietet es vielleicht einen Ausblick, was man sich für die Zukunft einplanen kann. Um das klarzustellen: ich empfehle für den Anfang Ameisensäure im Sommer mit Applikator (lieber Nassenheider prof., weil er etwas wetterunabhängiger scheint, Liebig geht aber auch). In Sachen Varroabehandlung empfehle ich also, sich zunächst an sein „A+plus Konzept“ zu halten, um die Sache einfach zu halten (TuB wird schnell zur Materialschlacht).

Auch ansonsten kann man sich an seine Vorschläge halten und alles wird halbwegs funktionieren. Bei der Startausstattung würde ich mich auch an ihn halten. Den ganzen Schnickschnack aus dem Imkerhandel braucht man am Ende eh nicht.

Teilweise werden Alternativen angeboten, die den blutigen Anfänger überfordern. Die „Völkervermehrung in 4 Schritten“  würde ich im ersten Jahr vielleicht noch nicht einplanen, sondern auf die „Bildung eines Brutablegers“ zurückgreifen – und zwar des einfachen Brutablegers.

Ein paar Kritikpunkte habe ich allerdings auch noch – wie man sich bei meinen einleitenden Worten schon denken kann:

  • Herr Liebig schwört auf seine Zanderbeuten mit geteiltem Brutraum. Das sehe ich deutlich weniger kritisch – ich hab ja auch keine Zanderbeuten, allerdings schon den geteilten Brutraum. Ich schlage hier vor, sich – wie alle immer sagen – an den Nachbarn zu orientieren, von denen man auch mal Völker nachkaufen kann, wenn doch mal was schief geht. Geteilter Brutraum ist mir dabei überhaupt nicht wichtig. Was ich allerdings praktisch finde ist das einheitliche Rähmchenmaß. Wer aber mit Dadant oder 1,5 Deutsch Normal in einem Brutraum imkern möchte, soll das tun.
  • Kippkontrolle: Ich hab mich dabei am Anfang überhaupt nicht sicher gefühlt. Hier empfehle ich zur Schwarmkontrolle ruhig mal ein paar Waben zu ziehen; natürlich mit der entsprechenden Vorsicht, um keine Bienen zu zerquetschen.
  • Schutzlos imkern: Zieht Euch was an. Ich hab mich so sicherer gefühlt und war viel ruhiger. Und bei den ersten Kontrollen alleine sofort etliche Stiche kassieren motiviert nicht gerade…
  • Insgesamt scheint es nach seinen Schilderungen keine Alternativen zu geben. Das ist vielleicht für den Anfang gar nicht schlecht, stimmt aber nicht in allen Fällen. Das Buch hat jedenfalls für meinen Geschmack zu viele Ausrufezeichen! 🙂

Zusammenfassend halte ich das Buch für einen guten Leitfaden mit großer Aussicht auf Erfolg, wenn man sich prizipiell an seine Anweisungen hält. Man kann jedoch auch erfolgreich sein, wenn man gewisse Abweichungen eingeht.