Friederike

Dieser Winter läuft nicht gut bis jetzt. Bei einigen Völkern geht das Futter zur Neige und ich musste eine Notfütterung durchführen und dann kommt auch noch ein Sturm vorbei.

Bis jetzt hatte ich nie eine offene Beute nach den Stürmen und habe deshalb auch diesmal nicht damit gerechnet. Aber Friederike hat drei Beuten komplett geöffnet und bei einer immerhion den Blechdeckel abgeräumt. Ist ja im Prinzip nicht so dramatisch, aber da ich nicht damit gerechnet habe war ich erst drei Tage nach dem Sturm nachschauen.

Es war zwar in allen Beuten noch ein deutliches Summen zu hören, aber wieviele Bienen nach dem Sturm das Zeitliche gesgenet haben wird sich erst in ein paar Monaten zeigen.

Dampfwachsschmelzer selbst gebaut

Nachdem ich nun alles mögliche mit Töpfen und Waben ausschneiden und ähnlichem versucht habe steht fest, dass ich da auf Dauer etwas praktikableres brauche.

Daher hatte mich zuerst nach fertigen Geräten umgeschaut. Die mir als brauchbar erscheinenden Geräte fangen erst so ab 1000€ an, das war mir deutlich zu viel. Alles deutlich günstigere findet man nur auf eBay und es scheint mir eher von Hobbyverkäufern zu sein. Also habe ich mich auf die Suche nach einer Selbstbauplan gemacht. Was mir am besten gefallen hat ist die Lösung mit der Ikea-Box und dem Dampf-Tapetenlöser. Die Variante, die ich mir dann als Vorbild genommen habe ist diese hier: http://bienen.streiflicht.at/wachsschmelzer-selbstbau/

Also habe ich mir die Einzelteile besorgt:

  • Dampf-Tapetenlöser (Wagner W16)
  • 1m Gewindestange (M10)
  • Muttern M10
  • große Unterlegscheiben
  • 4 lange M4 Schrauben mit Muttern und Kunststoff-Unterlegscheiben
  • Kunststoffbox mit Deckel in passender Größe für das eigene Wabenmaß (bspw. 60 l)

Aufgebaut sieht das ganze dann so aus:

Die Gewindestange habe ich halbiert bzw. passend geschnitten. Die beiden Stücke habe ich in die Kunststoffbox geschraubt als Auflageschienen für die Waben. Bei meinen DNM-Rähmchen ist das Rähmchen selbst 37 cm breit. Mit ein bisschen Luft und dem Stangendurchmesser eingerechnet habe ich die Löcher mit circa 38,5 bis 39 cm Abstand der Mittelpunkte gebohrt. Das passte hinterher ganz gut. Im Prinzip hatte ich das übrigens von der Vorlage übernommen.

Die Box fertig montiert

Für die Dampfzuleitung war ich knauseriger als die Vorlage. Hier habe ich einen der Originalteile des Dampferzeugers an die Box geschraubt mit den vier kleinen Schrauben. Noch besser wäre wohl ein Röhrchen um die Schraube, gegen das man schrauben kann. Aber da ich nichts zur Hand hatte, hab ich einfach die Schrauben nicht zu fest angezogen. Kann man schon fast mit der Hand hinbekommen. Damit der Dampf in die Box kommt habe ich zwei große Löcher gebohrt (35mm), geht aber bestimmt auch mit vielen kleineren, falls Ihr keinen großen Bohrer habt. Oder man kann es ausschneiden mit nem Teppichmesser oder so.

Auch beim Ablauf / Sieben des Wachs hab ich gespart. Also kein Kugelhahn und kein Gitter in der Box montiert, sondern einfach an einer Seite ein „Sieb“ selber gebohrt. Einfach viele kleine Löcher (ich glaub 10mm +-) gebohrt. Die Box habe ich dann auf eine leere Bierkiste (jedenfalls etwas erhöht) gestellt und unter die Löcher einen Eimer zum Auffangen des Wachs gestellt.

Erstes Fazit nach den ersten zwei Fuhren Waben, die ich geschmolzen habe:

  • Dampfmenge ist super
  • Man kann bis zu 8 Waben einhängen
  • Schmelzdauer ist Super. Hatte Futterwaben eingeschmolzen, das hatte relativ lang gedauert (45 Min.). Leere Waben sollten deutlich schneller gehen, hab aber nicht die ganze Zeit daneben gestanden…
  • Was ein bisschen blöd war (zumindest im Freien) ist die fehlende Isolation des Bodens. Da kühlt eine Menge Wachs schon ab, bevor er durch das Sieb im Eimer gelandet ist… Beim nächsten Schmelzen werde ich mal versuchen, den Boden zu isolieren mit einer Styroporplatte.
  • Gesamtkosten 60-70€, je nachdem, wieviele Kleinteile (Muttern, Schrauben, Unterlegscheiben) Ihr da habt oder ob Ihr die extra kaufen müsst. Jedenfalls deutlich unter 100€.

Ganz klare Vorteile im Vergleich zum Schmelzen im Topf:

  • Die Rähmchen werden schön sauber, weil Sie in der Luft hängen.
  • Man kann das ganze anstellen und dann was anderes machen (es kocht nichts über oder so).
  • Die Küche bleibt sauber 🙂 Das Ding kann man super draußen betreiben.

Erste Durchsicht 2017 – Sanierung eines buckelbrütigen Volkes

Die erste Durchsicht dieses Jahr am 13.3. war nicht besonders erfreulich. Zuerst habe ich einen Ableger gefunden, der es dann auf den letzten Metern ins neue Jahr doch noch hingerafft hat. Die anderen Völker schienen soweit in Ordnung, ich hab kurz von oben reingeschaut und Rand her ein paar Waben gezogen, um zu schauen ob noch ausreichend Futter vorhanden ist und dann auf der ersten Brutwabe zu sehen das alles in Ordnung ist 🙂

Beim vorletzten Volk – am Flugloch sah alles bei allen ja gut aus – dann ein unerwartetes Bild: beim Entfernen der Folie kamen mir etliche Drohnen entgegengesummt. Das Volk hatte dann auch ausschließlich Drohnenbrut, es war also schon eine Arbeitsbiene in Eilage. Es war sicher eine Arbeitsbiene und keine unbegattete Königin, weil sich Bieneneier an den Seiten der Zellen befanden.

Um das Volk oder zumindest viele seiner Bienen zu retten habe ich mir dann folgende Reise-Nach-Jerusalem überlegt:

  1. Das buckelbrütige Volk habe ich am selben Stand auf einen anderen Platz gestellt. Auf diese Weise finden die Flugbienen Ihren Weg zum alten Platz, nicht aber die Drohnenmütterchen.
  2. Auf den alten Platz des Volkes habe ich dann einen einzargigen Reserveableger gestellt. Diesen habe ich sofort mit einer zweiten Zarge erweitert, um den ganzen heimkehrenden Flugbienen Platz zu bieten. Futter hatte der Ableger noch reichlich.
  3. Um auch die Flugbienen des Ablegers nicht dem Untergang zu weihen und um einer Notfall-Königin im Kieler Begattungskästchen einen schnellen Start ins Jahr zu bieten habe ich dann am alten Platz des Ablegers gebastelt: Auf einen der Ablegerkästen, die ich letztes Jahr gebaut habe, habe ich ein KBK ohne Bodenschieber mit Klebeband „montiert“. Den Ablegerkasten habe ich mit 2 Futterwaben und zwei Leerwaben ausgerüstet.

Bei der Kontrolle am 25.3. sah soweit alles gut aus. Der Ableger belagert mit den zusätzlichen Flugbienen jetzt auch schon die ersten Waben in der aufgesetzten Zarge mit Brut. Im Begattungskästchen wurde die Brut auch deutlich ausgedehnt. Ob die Königin langsam schon in den Ablegerkasten gewandert ist habe ich nicht kontrolliert um nicht zu sehr zu stören. Die Restlichen Bienen des buckelbrütigen Volkes habe ich dann etwas abseits abgekehrt und hoffe, dass sie sich noch ein neues zu Hause suchen.

Grundausstattung

Nach gut zweieinhalb Jahren ist es langsam möglich zurückzublicken und zu sagen, was man wirklich braucht im Imker-Alltag. Es gibt im Fachhandel ja eine große Menge an Dingen, die eigentlich kein Mensch braucht, die aber gut aussehen. Einige solcher Teile hab ich mir auch zugelegt und teilweise liegen sie nach einmaliger Benutzung in meiner Werkzeugkiste rum.

Jetzt aber los: was bruacht man wirklich? Fangen wir mal mit persöhnlicher Schutzausrüstung an:

Man braucht auf jeden Fall einen Schleier – zumindest für schlechte Tage und schlechte Völker möchte ich den in der Hinterhand haben. Die Form ist vermutlich egal. Ich habe es zwar noch nicht versucht, vermutlich reicht aber schon ein Schleier mit Hut. Meine Wahl fiel auf einen Imkerbluson mit Schleier, den hat man schnell übergeworfen und man hat dann auch im Sommer automatisch was mit langen Ärmeln dabei. Einen Kombi oder eine zusätzliche Hose sind in meinen Augen zu viel Aufwand, soll heißen: die Hose liegt in meiner Kiste, wird aber so gut wie nie benutzt. Für die erwähnten schlechten Tage machen auch dicke Lederhandschuhe sinn. Hier habe ich auch das Modell aus dem Imkereibedarf gewählt, dass man mit seinen Bündchen über die Imkerjacke ziehen kann. Für normale Durchsichten benutze ich übrigens Haushaltshandschuhe aus dem Supermarkt und zwar die billigsten Einweg-Dinger – klar, ist jetzt nicht besonders Öko und schützt nicht vor Stichen, hilft aber Super gegen Propolis an den Fingern. Gehört also eher zu meiner persöhnlichen Komfortausstattung und nicht zu Schutzkleidung. Das wars dann in meinen Augen schon.

Jetzt kommen wir zum Basiswerkzeug. Ein absolutes Must-Have ist ein Stockmeißel. Mit ihm werden die Zargen von einander gelöst und bei mir auch die Rähmchen in der geöffneten Zarge. Der Smoker ist seit meinem zweiten Imkerjahr auch in die Riege der absolut notwendigen Geräte aufgestiegen. Zunächst hatte ich hier auf ein mit Nelkenöl betropftes Tuch vertraut, wenn man aber etwas mehr hantiert hift Rauch teilweise besser bzw. irgendwann gehen doie Tücher aus. Was mnan verraucht und was man zum zündeln nimmt ist Geschmackssache, hier gibt es diverse teils religonsartige Möglichkeiten. Auch hier gibts wieder alles auch im Imkerfachhandel, was ich dort zumindest mitnehme sind die Zündwürfel. Die brennen ähnlich mit Glut ab, wie kleine Kohlen und sorgen so für einen schnellen Rauchstart. Als hauptbrennmaterial kann man fast alle Arten von kleinen Holzstücken nehmen, hier sind Eurer Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Für die normale Durchsicht war das im Prinzip schon alles. Ab und zu – je nach Tageszeit und Wetter – benutze ich noch eine kleine Taschenlampe für bessere Sicht von oben oder unten in die Wabengassen aber da verlassen wir schon die Grundausstattung. Im Verlauf des Bienenjahres werdet Ihr allerdings noch einen Bienenbesen (oder etwas vergleichbares) benötigen. Damit sind wir dann aber wirklich gut ausgerüstet.

Jetzt will ich noch von ein paar Dingen erzählen, von denen man vielleicht denkt, dass man sie braucht, die man dann aber eher lagert als benutzt. Der Abfangklipp: gute Idee, aber Anfangs hab ich mich nicht getraut, die Königin überhaupt zu fangen und später werdet auch Ihr sie sicher mit den Fingern fangen. Um die Dame dann zu parken genügt fas alles, von der Streichhiolzschachtel bis zum Zuchtkäfig, der Klipp ist aber unnötig. Der Wabenheber: auch dieser schien mir hilfreich, aber er ist wieder ein Werkzeug mehr und am Ende tuts der Stockmeißel und gezogen werden die Waben mit den Fingern. Wobei wir beim nächsten Paatienten sind: die Wabenzange, einfach unnötig. Was ich damit sagen will: kauft Euch weiteren Schnickschnack aus dem Imkerhandel nur, wenn Ihr ihn wirklich meint zu brauchen – am Ende landets vermutklich eh im Universum des unnützen Imkerkrams.

So, jetzt nochmal zusammengefasst alles was Ihr braucht – direkt mit Link zu einem bekannten Versandhändler, damit Ihr die Sachen schnell zu Hause habt und mir noch was gutes tun könnt:

  • Imkerbluson mit Schleier

  • Imkerhandschuhe

  • Stockmeißel

  • Imkerbesen

  • Smoker

Winterverluste

Die meisten meiner Völker sehen ganz gut aus, lediglich bei einem lagen ungewöhnlich viele tote Bienen vor dem Flugloch. Zwei Völker hat es aber dahin gerafft.

Ein Volk – ein Sammelbrutableger, den ich bei der Sommerbehandlung aus den Brutwaben erstellt habe – hat die Varroa erledigt. Prinzipiell erweist sich bei mir die Behandlung der Völker im „Teilen und behandeln-Konzept“ zwar als sehr gute Methode. Diesen hatte ich erst bei erreichen der Brutfreiheit zweimalig mit Milchsäure behandelt. Der Brutteil bedarf allerdings besonderer Aufmerksamkeit bei der Varroabehandlung. Bei einem zweiten auf diese Weise gebildeten Sammelbrutableger hatte ich sofort bei der Bildung mit Ameisensäure behandelt und anschließend bei Brutfreiheit nochmals (einmalig) mit Milchsäure, dieser erfreut sich besserer Gesundheit. Hier nur auf Milchsäure zu vertrauen scheint mir mittlerweile als etwas fahrlässig. Vielleicht ist aber auch die relativ späte Bildung der Brutableger, hier fehlt mir dann doch die Erfahrung und Statistik zur Beurteilung.

Bei einem zweiten – ein etwas zu klein geratener Ableger – habe ich es vermutlich bei der Winterbehandung mit Oxalsäure zu gut gemeint. Jedenfalls lag das Flugbrett zwei Wochen später voll Bienen und es war nichts mehr zu hören. Ein Blick in die Beute zeigte dann, dass keine Biene überlebt hatte. Letztes Jahr hatte ich aufgrund des milden Winters ja ausschließlich mit Milchsäure behandelt, dies scheint mir bei ausreichenden Temperaturen dann doch als die mildere Behandlung auch im Winter und obwohl man deutlich intensiver ins Volk eingreift. Eine Alternative wäre unter Umständen die Bedampfung mit Oxalsäure, da diese in Deutschland allerdings nicht zugelassen ist kommt sie für mich nicht in Frage.

Auch dieses Jahr habe ich meine Begattungskästchen zusammengestellt und gehofft, dass alle durchkommen. Insgesamt habe ich drei Einheiten mit Reserveköniginnen stehengelassen. Davon ist eine leider verhungert, weil sie auf ihrer Brut gesessen haben und so das Futter in den anderen Kieler Zargen nicht erreich haben. Die anderen sind allerdings noch putzmunter. Die Überwinterung in Begattungskästchen ist sicher keine optimale Lösung, ist aber bei unseren milden Wintern schon problemlos möglich. Letztes Jahr habe ich im Februar sicherheitshalber etwas Futterteig gegeben, da war häufig genug Flugwetter zum Wassersammeln. Dieses Jahr werde ich schauen, wie es temperaturmäßig ausschaut und vermutlichg eine flüssige Sicherheitsration verpassen.